Modellkosten

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Was sind Modellkosten?

Modellkosten sind die vom Erziehungsdepartement angenommenen durchschnittlichen Kosten für den Betrieb einer Kindertagesstätte mit Betreuungsbeiträgen. Die Modellkosten setzen sich aus den Personalkosten, den Sachkosten und den Mietkosten zusammen. Die Modellkosten gelten für die Betreuung von Kindern über 18 Monaten. Sie dienen als Grundlage für die Bemessung der Betreuungsbeiträge an die Eltern sowie für die Festlegung des Maximal- und Minimalpreises in Kitas mit Betreuungsbeiträgen.

Wie hoch sind die Modellkosten?

Ausgehend von den Vorgaben zu den Öffnungstagen (236 Tage pro Jahr) und den Annahmen zur Auslastung (95%) betragen die Modellkosten 2‘499 Franken pro Vollzeitplatz und Monat.

Grundlagen Modellkosten für Kitas mit Betreuungsbeiträgen

Sind die Modellkosten neu?

Nein. Bisher legte das Erziehungsdepartement in den Leistungsvereinbarungen mit den subventionierten Tagesheimen standardisierte Kosten fest. Die Modellkosten basieren weitgehend auf den Grundlagen der bisherigen standardisierten Kosten von subventionierten Tagesheimen.

Was ändert sich im Vergleich zu den bisherigen standardisierten Kosten von subventionierten Tagesheimen bezüglich Personalkosten?

Mit der neuen Modellkostenberechnung wurden die Personalkosten von 844'769 Franken auf 894'362 Franken pro Jahr erhöht. Das entspricht einem Plus von 49'593 Franken pro Jahr.

Welche Lohnkosten wurden in der Modellkostenberechnung für Praktika angenommen?

Für die Modellkostenberechnung wurden die angenommenen Lohnkosten aufgeteilt in «Praktikum vor der Berufslehre» mit einem Jahreslohn von 13‘000 Franken, «weiteres Praktikum» (z.B. im Hinblick auf ein Studium oder im Rahmen eines Zwischenjahres) mit einem Jahreslohn von 13‘000 Franken und «Personal ohne fachspezifische Ausbildung»  mit einem Jahreslohn von 56‘000 Franken.

In den bisherigen standardisierten Kosten von subventionierten Tagesheimen wurde für «Personal ohne Ausbildung», zu denen auch sämtliche Praktika zählten, mit einem Jahreslohn von 12‘818 Franken gerechnet. Diese neue Aufteilung führt zu einer entsprechenden Verbesserung.

Was ändert sich im Vergleich zu den bisherigen standardisierten Kosten von subventionierten Tagesheimen bezüglich Stellenschlüssel?

Der Stellenschlüssel wurde um 2% reduziert. Einerseits wurden die Sollbelegungstage von 233 auf 236 erhöht (führt zu einer Erhöhung des Stellenschlüssels), andererseits wurden die Norm-Arbeitsstunden pro Jahr für ein 100%-Pensum von 1‘772 auf 1‘789 Stunden angepasst (führt zu einer Senkung des Stellenschlüssels).

Insbesondere die Feiertage wurden bisher zu hoch angerechnet, weil nicht berücksichtigt wurde, dass regelmässig ein Teil der Feiertage auf Wochenenden fällt.

Die Modellkosten gehen von einer Modell-Kindertagesstätte mit 40 Betreuungsplätzen aus (4 Gruppen mit je 10 Betreuungsplätzen). Unsere Kindertagesstätte hat mehr bzw. weniger Plätze. Wie wird das in der Berechnung der Modellkosten berücksichtigt?

Mit den Modellkosten berechnen wir die durchschnittlichen Kosten eines Vollzeitplatzes in einer Modell-Kindertagesstätte. Sie dienen als Basis für die Berechnung der Betreuungsbeiträge. Diese werden pro Platz mit Betreuungsbeitrag ausbezahlt – unabhängig davon, wie viele Plätze eine Kita hat.

Wir betreuen auch Kinder unter 18 Monaten. Ist das in den Modellkosten berücksichtigt?

Nein. Die Modellkosten gelten für die Betreuung von Kindern über 18 Monaten. Für die Betreuung von Kindern unter 18 Monaten werden den Kindertagesstätten mit Betreuungsbeiträgen Zuschläge gewährt (siehe Zuschläge und Beiträge).

Bisher erhielten subventionierte Tagesheime einzelne Zuschläge. Wie wurden diese in der Berechnung der Modellkosten berücksichtigt?

Der bisherige Teilzeitzuschlag für subventionierte Tagesheime entfällt. Der Aufwand für den Zuschlag fällt aber nicht weg, sondern ist in den Modellkosten enthalten. Zudem ist der Teilzeitzuschlag wie bisher über die Belegung gedeckt: Ein aus Teilzeitbelegungen zusammengesetzter Tag ergibt eine höhere Belegung (120%) als ein Tag, der von einem einzelnen Kind belegt wird (100%).

 

Der allgemeine Sprachförderungsbeitrag entfällt. Die frühe Sprach- und Deutschförderung ist eine wichtige Aufgabe aller Kindertagesstätten mit Betreuungsbeiträgen und ist in den Modellkosten eingerechnet (Personalkosten pädagogisch ausgebildetes Personal und pädagogische Fachperson mit tertiärer Ausbildung sowie Sachkosten für Bücher und weiteres Material). Alle Kindertagesstätten mit Betreuungsbeiträgen erhalten jedoch Zuschläge für Kinder mit obligatorischer Deutschförderung (siehe Zuschläge und Beiträge).

 

Der bisherige fixe Zuschlag für die Personalentwicklung wird neu pro Person in Ausbildung in einer Kita ausbezahlt. Die Beiträge kommen somit jenen Kitas zugute, die effektiv Berufsnachwuchs fördern (siehe Zuschläge und Beiträge).

Für die Berechnung der Modellkosten geht das Erziehungsdepartment davon aus, dass die Kindertagesstätte während 12 Stunden pro Tag geöffnet ist. Wie setzen sich die Öffnungszeiten zusammen?

Die 12 Normöffnungsstunden setzen sich wie bisher aus 10 Kernöffnungsstunden und 2 Randstunden zusammen. Die Randöffnungsstunden werden in den Modellkosten zur Hälfte gewichtet, da weniger Kinder anwesend sind und dadurch weniger Betreuungspersonal benötigt wird.

Für die Berechnung der Modellkosten geht das Erziehungsdepartment davon aus, dass eine Kita während 236 Tage im Jahr geöffnet ist. Unsere Kita hat mehr Tage im Jahr offen. Wie wird das berücksichtigt?

Eine Kindertagesstätte mit Betreuungsbeiträgen muss mindestens 236 Tage pro Jahr offen sein. Selbstverständlich sind auch mehr Tage im Jahr möglich.

Insbesondere die Anzahl Wochen Betriebsferien spielt hier eine grosse Rolle: Macht eine Kita weniger Betriebsferien, so kommt das den Eltern zugute, die damit eine grössere Flexibilität bei ihrer Ferienplanung haben. Weniger Betriebsferien haben allerdings keinen Einfluss auf die Berechnung der Modellkosten, aber einen Einfluss auf den Preis der Kita.

In den Modellkosten wird davon ausgegangen, dass eine Köchin oder ein Koch zu 80% angestellt ist. Wir lassen unser Essen durch ein Catering liefern. Hat das einen Einfluss auf die Betreuungsbeiträge?

Nein. In den bisherigen Leistungsvereinbarungen mit den subventionierten Tagesheimen gingen wir bereits davon aus, dass eine Kita mit 40 Plätzen eine Köchin / einen Koch zu 80 Stellenprozenten anstellt. Diese Annahme hat sich bewährt. Die Kitas können sich jedoch je nach betrieblichen Abwägungen und Voraussetzungen für ein Catering entscheiden.

In den Modellkosten wird davon ausgegangen, dass eine Person für Hauswirtschaft  zu 40% unter anderem für Reinigung angestellt ist. Wir beschäftigen eine Reinigungsfirma. Hat das einen Einfluss auf die Betreuungsbeiträge?

Nein. In den bisherigen Leistungsvereinbarungen mit den subventionierten Tagesheimen gingen wir bereits davon aus, dass eine Kita mit 40 Plätzen eine Person für Hauswirtschaft zu 40 Stellenprozenten anstellt. Diese Annahme hat sich bewährt. Die Kitas können sich jedoch je nach betrieblichen Abwägungen und Voraussetzungen für eine Reinigungsfirma entscheiden.

In der Modell-Kindertagesstätte betragen die Mietkosten 2‘500 Franken pro Platz und Jahr. Bei 40 Plätzen sind das Mietkosten von 100‘000 Franken pro Jahr. Unsere Mietkosten liegen über jenen der Modellkosten. Wie wird dies berücksichtigt?

Die Mietkosten der Modell-Kindertagesstätte entsprechen einem durchschnittlichen Erfahrungswert. Sind die Liegenschaftskosten einer Kita nachgewiesen und begründet, insbesondere standortbedingt, deutlich höher, können die Kitas zusätzliche Beiträge an die Liegenschaftskosten beantragen. Das Erziehungsdepartement wird entsprechende Richtlinien erarbeiten.

Die Zusammensetzung unseres Personals weicht von den Annahmen in den Modellkosten ab. Müssen wir unseren Personalbestand den Annahmen der Modellkosten anpassen?

Nein. Die Modellkosten basieren auf Erfahrungswerten beim Personalbedarf und somit auf einem Durchschnitt. Sie sind so angelegt, dass die Vorgaben zum Betreuungsschlüssel erfüllt und die Lohnempfehlungen des Kantons eingehalten werden. Der tatsächliche Personalbestand einer Kita kann höher sein.

Unsere Löhne weichen von den Annahmen in den Modellkosten ab. Müssen wir die Löhne den Annahmen der Modellkosten anpassen?

Die Annahmen in den Modellkosten zu den Personalkosten und Lohnansätzen richten sich nach den Lohnklassen des Kantons Basel-Stadt. Die Lohnansätze sind Richtwerte für branchenübliche Löhne.

Kindertagesstätten mit Betreuungsbeiträgen sind verpflichtet, branchenübliche Anstellungsbedingungen einzuhalten. Sie müssen die Löhne anpassen, wenn sie nicht branchenüblich sind. Auch weitere branchenübliche Anstellungsbedingungen (z.B. Ferien oder Ruhezeiten) müssen eingehalten werden.

Welche Ausgaben werden in den Sachkosten berücksichtigt?

Mit der neuen Modellkostenberechnung wurden die Sachkosten von bisher 105'095 Franken auf 145'000 Franken pro Jahr erhöht. Das entspricht einem Plus von 39‘905 Franken pro Jahr.

Zu den Sachkosten gehören allgemeine Betriebskosten wie Ausgaben für Essen, Windeln, Spielzeug oder Material, aber auch Kosten für IT oder Unterhaltsarbeiten. Sie basieren auf durchschnittlichen Erfahrungswerten und wurden nicht einzeln aufgeschlüsselt. Die Zusammenstellung der Sachkosten kann in den Kitas unterschiedlich ausfallen.