Kommunikation im Krisenfall

Ein Krisenfall kann verschiedene Ursachen haben: Sexuelle Gewalt in der Institution, ein Mitarbeiter belästigt eine Mitarbeiterin, Eltern drohen mit Gewalt. Mit einem derartigen Vorfall rechnet kaum eine Institution. Tritt die Situation dennoch ein, muss die Kommunikation im Krisenfall besonders beachtet werden. Vorfälle im Kinder- und Jugendbereich können plötzlich grosses Interesse bei den Medien wecken.

Der «Schweizerische Beobachter» hat in der Ausgabe 21/2011 unter dem Titel «Wenn der Trainer mit dem Junior...» das Wichtigste sehr gut zusammengefasst. Die folgenden Hinweise beziehen sich weitgehend auf diesen Artikel:

Kommunikation ist Sache des Vorstand

  • Der Präsident bzw. die Präsidentin vertritt in der Regel einen Verein gegen aussen. Er oder sie sollte im Krisenfall sowohl gegen aussen wie gegen innen kommunizieren. Zudem ist die Stellvertretung zu regeln, denn auch ein Präsident oder eine Präsidentin ist nicht immer erreichbar oder könnte im Falle eines Falles in den Ferien sein.
  • Vereinsdaten müssen aktuell sein. Damit die Mitglieder rasch informiert werden können, muss eine jederzeit aktuelle Liste vorhanden sein. Auch eine Liste mit den wichtigsten regionalen Medien hilft. Aktiv informieren ist immer besser als reaktiv.
  • Telefonnummern und Adressen von Notfallstellen müssen jederzeit verfügbar sein. Untersteht der Verein der Bewilligungs- und Aufsichtspflicht, so ist auch die Aufsichtsbehörde sofort zu informieren. Erhält sie kantonale oder kommunale öffentliche Beiträge, ist die Subventionsgeberin zu informieren. Diese Stellen können gerade im Krisenfall in der Regel auch sofort professionelle Hilfe bieten und die Institution mit Fachwissen unterstützen.

Kommunizieren Sie offen und transparent. Das könnte lauten: «Es steht der Vorwurf einer sexuellen Ausbeutung eines Juniors durch unseren Trainer im Raum. Mehr wissen wir momentan nicht. Wir tun unser Möglichstes, damit der Vorfall rasch und korrekt abgeklärt wird.» Informieren Sie auch über getroffene Massnahmen: «Wir haben die Opferberatungsstelle beigezogen und Anzeige erstattet.» Diese Stellen sind geschult, Vorfälle abzuklären. Sie wissen auch, wie professionell kommuniziert wird.

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